Wer Koblenz etwas kennt, dem/der wird auffallen, dass so etwas wie ein Stadtpark fehlt. Viele Koblenzer hatten die Hoffnung, dass der momentan hässliche Zentralplatz zu einem schönen grünen Park werden könnte. Diese Hoffnungen wurden enttäuscht, der neue Zentralplatz wird sich durch viel Beton auszeichnen.
Es ist geplant, zwei neue Gebäude auf dem Zentralplatz zu errichten. Ein Gebäude soll direkt gegenüber dem Schängel-Center errichtet werden und ein Kulturgebäude werden. Die Stadtbibliothek Koblenz sowie ein Museum sollen darin Einzug finden, außerdem das Touristik-Büro Koblenz. Gegen mehr Kultur ist nicht viel einzuwenden, es wäre immer noch genügend Platz für einen schönen Park da.
Ein Park wird jedoch nicht entstehen, weil wieder mal Geld im Vordergrund steht und die Stadt lieber ein neues 20.000 Quadratmeter großes Einkaufszentrum bauen will. Und das nur etwas 500 Meter vom alten Löhr-Center entfernt! Was geht in diesen Köpfen der Stadt nur vor. Obwohl 20.000 Unterschriften gegen den Bau des so genannten „Forum-Mittelrhein“ gesammelt wurden, scheint das Projekt nicht aufzuhalten zu sein. Aus formalen Gründen befasst sich nun jedoch sogar der Europäische Gerichtshof mit dem Koblenzer Zentralpatz. Ist bei der Ausschreibung alles mit rechten Mitteln zugegangen?
Die zwei Gebäude werden nicht direkt nebeneinander gebaut, es wird einen Zwischenraum mit einer Größe von 6.000 Quadratmetern geben, mit Sicherheit asphaltiert. So verabschiedet sich eine Stadt von Nachhaltigkeit und biedert sich der reinen Profitwirtschaft an. Das Koblenzer Zentrum wird dann aus Löhr-Center, Innenstadt mit Einkaufspassage, Schängel-Center und „Forum Mittelrhein“ bestehen. Viel Beton, wenig grün.
Ob dieses neue Forum tatsächlich so modern und ökologisch gebaut werden wird, wie angekündigt, kann bezweifelt werden.
Mensch fragt sich, wie viele Geschäfte eine Kleinstadt wie Koblenz tatsächlich braucht.
Die Kosten für den neuen Zentralplatz belaufen sich übrigens auf 180 Mio €, die von den Investoren Strabag und ECE getragen werden. Das Einkaufszentrum wird in privater Hand bleiben, das Kulturgebäude wird der Stadt Koblenz erst 30 Jahre nach Fertigstellung gehören. Bis dahin wir die Stadt für das Kulturgebäude jährlich über 1 Mio € Miete an die privaten Investoren überweisen müssen.

