Heyho Mitmenschen!
An diesem Wochenende haben wieder einmal viele verschiedene politische Ereignisse stattgefunden.
Wir von der Linksjugend Koblenz waren am Samstag vor Ort in Ingelheim bei Mainz, um gemeinsam mit vielen Gleichgesinnten die Schließung des Abschiebeknastes Ingelheim und überhaupt aller Abschiebeeinrichtungen in der BRD zu fordern.
Gemeinsam mit Genossinnen und Genossen aus Mainz, Wiesbaden und Offenbach trafen wir uns um 13 Uhr vorm Hauptbahnhof Ingelheim, um der Auftaktkundgebung zu lauschen. Mit der Antifa Koblenz, Verdi, ASIK und den Falken waren ziemlich viele Koblenzer Linke vertreten, mehr als wir erwartet hatten:)
Eine knappe Stunde später ging es dann durch die Innenstadt zur Kreisverwaltung, wo uns wieder Redebeiträge und Musik erwarteten. Außerdem wurden wir exzellent vom Kochkollektiv Trier mit Brötchen, Muffins und Wasser versorgt.
Nach dieser Zwischenstation ging es dann endlich in Richtung Abschiebeknast, welcher wirklich ziemlich weit außerorts liegt.
Dort angekommen, machten wir unserem Unmut über diesen undemokratischen Knast lautstark Luft und hoffen inständig, dass die zu unrecht Inhaftierten unsere Solidaritätsbekundungen wahrnehmen konnten.
Nach weiteren Rede- und Musikbeiträgen löste sich die Versammlung um ca. 19 Uhr dann auf.
Nachdem die Residenzpflicht für Flüchtlinge in RLP abgeschafft wurde und das Abschiebezentrum Mainz aufgelöst worden ist, hoffen wir nun auch auf eine baldige Schließung des Abschiebeknastes Ingelheim, da es nicht angehen kann, dass Flüchtlinge, welche teils unmenschliche Strapazen auf sich nehmen mussten um nach Deutschland zu kommen, dann sofort in Abschiebeknäste gesteckt werden um dort bis zu 18 Monaten auf ihre Abschiebung zu warten, die sie zu allem Übel auch noch selbst bezahlen müssen.
Zum Abschluss des Tages verschlug es uns dann noch ins JUZ Bingen, wo 3 Punkbands auftraten die auch gar nicht schlecht spielten.
Besonders Estrella Negra sei hervorzuheben;)
Am Sonntag dann begaben wir uns nach Wiesbaden zum sogenannten Tag der Heimat, welcher vom BdV (Bund der Vertriebenen) Hessen veranstaltet wurde.
Diesen galt es kritisch zu begleiten, da im BdV auch einige ehemalige SS- und NSDAP-Mitlgieder zu finden sind und das Schicksal der deutschen Vertriebenen im zweiten Weltkrieg über die Verbrechen des NS-Regimes an Millionen von Juden, Sinti- und Roma, Kriegsgefangenen und politischen Gefangenen gestellt wird.
Nach anfänglichen technischen Schwierigkeiten wurden dann aber dennoch 3 Redebeiträge abgehalten, welche von Transparenten und musikalischer Begleitung abgerundet wurden. Am Ende der Veranstaltung trauten sich dann noch einige Mitglieder des BdV und der Pressesprecher des hessischen BdV auf unsere Demo.
Es entstanden einige konstruktive und einige weniger konstruktive Diskussionen. Einem Mitglied der hessischen Linksjugend ist es gelungen, den Pressesprecher des hessischen BdV zu einem seperaten konstruktiven Meinungsaustausch zu gewinnen.
Nachdem die letzten BdV`ler dann abgereist waren hielt die Antifa Wiesbaden, welche auch Veranstalter der Gegendemo war, es dann noch für sinnvoll, eine Spontandemo abzuhalten, welche nach wenigen Metern schon von der Polizei relativ gewaltfrei aufgelöst wurde.
Alles in Allem ging ein sehr ereignisreiches Wochenende zur Neige.
Wir von der Linksjugend Koblenz hoffen, dass sich die Landesregierung und der BdV unsere gemeinsame konstruktive Kritik wenigstens zum Teil zu Herzen nimmt und einige positve Veränderungen veranlasst werden.


